
Der Einbruch des Wahnsinns in die Realität: Leider dank Klingeltöne, Happy Slapping, 9live und Casting-Shows schon lange Alltag. Das alles wäre nicht so schlimm, wenn diese Art von Wahnsinn nicht von dermaßen schlechter Qualität wäre, dass allenfalls eine satirische Auseinandersetzung übrig bleibt. Rimbaud, der Glückliche, konnte noch satyrisch und zugleich tiefernst mit dem Thema umgehen, er durfte aber auch noch eine andere Qualität von Wahnsinn genießen als unsereiner:
Im Laub, dem grünen Schrein, den Gold umsäumt,
Im Laub, dem ungewissen, prächtig drängend
Mit vollen Blüten, drin der Kuss hinträumt,
Zeigt plötzlich, das erlesne Muster sprengend,
Die beiden Augen ein verirrter Faun
Und packt den roten Blust mit weißen Bissen:
Grad wie ein alter Wein blutvoll und braun
Lacht durchs Gezweig die Lippe hingerissen.
Und ist er- wie ein Eichhorn flink- entflohn,
Perlt noch von jedem Blatt sein Lachen nieder,
Und man sieht, aufgeschreckt vom Gimpelton,
Den goldnen Kuß des Walds,- dann träumt er wieder
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